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Schon seit längerer Zeit hatte der Leiter der 1836 gegründeten „Maschinenbauanstalt Übigau“ bei Dresden, Prof. Johann Andreas Schubert die rasante technische Entwicklung im Bahnbau beobachtet. Um dem sächsischen Maschinenbau die Chancen einer Beteiligung an künftigen Bahnbau-Aufträgen zu eröffnen, ging er das große Wagnis ein und begann 1838 auch ohne Bestellung durch die Bahngesellschaft mit der Konstruktion und dem Bau einer Lokomotive, die als Referenz dienen sollte und den Namen SAXONIA erhielt. Konstruktiv lehnte er sich dabei an die englischen Baulokomotiven an, war aber bestrebt, deren Stärken zu nutzen und Schwächen zu vermeiden. Ihre erste, noch mit Mängeln behaftete Probefahrt absolvierte die SAXONIA am 08.12.1838. Nach der letzten, entscheidenden Erprobung am 08.03.1839, die mit dem Nachweis der vollen Betriebssicherheit höchst erfolgreich verlief, bot Schubert der LDEC seine SAXONIA zum offenen Vergleich mit den importierten Maschinen an. Doch dem übergroßen Einfluss der englischen Lokomotivindustrie gelang es, diesen Wettbewerb mit allen, auch unlauteren Mitteln zu verhindern.
Wiederum waren es englische Lokomotiven, die am 07. und 08.04.1839 die beiden Eröffnungszüge der Leipzig – Dresdner Eisenbahn bespannten. Schubert hatte man lediglich gestattet, mit seiner SAXONIA ohne Wagen den Festzügen hinterher zu fahren, die erstmals über die volle Distanz der Strecke verkehrten. Trotz mehrerer Behinderungen und Sabotageakte bewältigte die SAXONIA diese Bewährungsprobe mit Bravour. Später wurde sie doch noch von der LDEC angekauft, wo sie ihren Dienst bis 1845 versah. Nachdem sie noch einige Jahre als Reservelok gedient hatte, wurde die Maschine 1856 ausgemustert und danach vermutlich verschrottet. Text: Michael Kurth
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